Es kann um mehrere tausend Euro gehen
Wie du deine Abfindung versteuern und dabei sparen kannst: Wertvolle Tipps
Abfindung & Steuern: Zwei Themen, die auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, aber mit dem richtigen Wissen gut zu bewältigen sind. Als Empfänger einer Abfindung musst du dich nicht nur mit dem Erhalt der Auszahlung, sondern auch mit den steuerlichen Aspekten auseinandersetzen. Bis 2024 übernahm dein Arbeitgeber (im besten Fall) die Versteuerung der Abfindung direkt mit dem Finanzamt. Mit den Änderungen der Fünftelregelung im Jahr 2025 ergeben sich neue Anforderungen, die du kennen solltest. Dieser Artikel bietet dir umfassende Informationen, Beispielrechnungen und praktische Tipps, damit du optimal von deiner Abfindung profitieren kannst.
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Abfindung versteuern: Die Grundlagen
Wie wird eine Abfindung steuerlich betrachtet?
Eine Abfindung ist grundsätzlich steuerpflichtig, da sie zu den Einkünften aus nicht-selbständiger Arbeit zählt. Das bedeutet, dass sie bei der Ermittlung des persönlichen Steuersatzes für das gesamte zu versteuernde Einkommen berücksichtigt wird. Lag dein Jahreseinkommen bisher bei 35.000 € und du bekommst nun eine Abfindung in Höhe von 20.000 €? Damit erhöht sich dein zu versteuerndes Jahreseinkommen auf 55.000 € und der individuelle Prozentsatz deiner Einkommenssteuer steigt. Mehrere Rechner zur Lohn- und Einkommenssteuer findest du unter anderem auf der Seite des Bundesfinanzministeriums.
Um deine Steuerlast zu minimieren, beschäftigen wir uns im folgenden mit der sogenannten Fünftelregelung. Die grobe Funktionsweise: die Abfindung wird auf mehrere Steuerjahre verteilt, so dass ein möglichst geringer Progressionseffekt (also eine Ansammlung von Einkommen) entsteht.
Quelle: kanzlei-chevalier.de
Die Fünftelregelung
Das Finanzamt genehmigt eine besondere Berechnungsart, mit der du Geld sparen kannst
Die Fünftelregelung ist ein steuerliches Instrument, das speziell dafür konzipiert wurde, die finanzielle Last für Personen zu mindern, die eine einmalige hohe Einkommenszahlung - wie eine Abfindung - erhalten.
Der folgende Text klingt erstmal trocken, aber halte durch, nach dieser kurzen Erklärung liefern wir direkt eine Beispielrechnung:
Die Fünftelregelung wirkt sich auf die Berechnung des zu zahlenden Steuersatzes aus, indem das zusätzliche Einkommen nicht auf einmal, sondern fiktiv über fünf Jahre verteilt wird. Konkret bedeutet dies, dass das Einkommen des Jahres, in dem die Abfindung gezahlt wird, zunächst ohne die Abfindung zur Bestimmung des Steuersatzes herangezogen wird. Anschließend wird ein Fünftel der Abfindung zu diesem Einkommen addiert, um den neuen Steuersatz zu berechnen.
Dieser Steuersatz wird dann auf das gesamte zusätzliche Einkommen angewandt, anstatt den Steuersatz anzuwenden, der gelten würde, wenn die gesamte Summe auf einmal zum regulären Einkommen hinzugerechnet würde. Dadurch, dass das Einkommen auf diese Weise aufgeteilt und über fünf Jahre verteilt wird, kann der Progressionseffekt deutlich gemildert werden, was in vielen Fällen zu einer erheblichen Steuerersparnis führt.
Berechnungsbeispiel zur Fünftelregelung
Ein Beispiel zur Veranschaulichung der Fünftelregelung könnte folgendermaßen aussehen:
Angenommen, ein Arbeitnehmer erhält in einem bestimmten Jahr ein reguläres Einkommen von 40.000 Euro und zusätzlich eine Abfindung in Höhe von 50.000 Euro. Ohne die Anwendung der Fünftelregelung würde das zu versteuernde Einkommen 90.000 Euro betragen, was zu einem erheblich höheren Steuersatz führen könnte.
Mit Anwendung der Fünftelregelung sieht die Berechnung jedoch anders aus:
- Zunächst wird das reguläre Einkommen von 40.000 Euro zur Bestimmung des Steuersatzes herangezogen.
- Dann wird ein Fünftel der Abfindung, also 10.000 Euro, zu diesem Einkommen addiert, was ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 Euro ergibt.
- Der darauf ermittelte Steuersatz wird anschließend nicht nur auf das reguläre Einkommen, sondern auf die gesamte Abfindung angewendet.
- Dieser Prozess kann dazu führen, dass die Steuerlast deutlich geringer ausfällt, als wenn die Abfindung in einer Summe zum Einkommen hinzugerechnet worden wäre.
Natürlich gilt bei steuerlichen Themen immer, dass diese Berechnung vereinfacht dargestellt ist und in der Praxis weitere Faktoren berücksichtigt werden müssen.
Ohne Optimierung | Mit Fünftelregelung | |
---|---|---|
Reguläres Einkommen | 40.000 Euro | 40.000 Euro |
Abfindung | 50.000 Euro | 50.000 Euro |
Zu versteuerndes Einkommen | 90.000 Euro | 50.000 Euro* |
Geschätzter Steuersatz | 42% | 35% |
Geschätzte Steuer auf reguläres Einkommen | 16.800 Euro | 14.000 Euro |
Geschätzte Steuer auf Abfindung | 21.000 Euro | 17.500 Euro** |
Gesamt geschätzte Steuer | 37.800 Euro | 31.500 Euro |
Steuerersparnis | 6.300 Euro |
* Hier wird nur ein Fünftel der Abfindung zum regulären Einkommen für die Berechnung des Seuersatzes addiert. Der ermittelte Steuersatz wird dann auf das gesamte zusätzliche Einkommen angewandt.
** Die Steuer auf die Abfindung ist geringer, da durch die Fünftelregelung ein geringerer Steuersatz angewendet wird.
Diese Tabelle illustriert vereinfacht, wie die Anwendung der Fünftelregelung zu einer erheblichen Steuerersparnis führen kann. Während die exakten Werte von den spezifischen Steuersätzen und Freibeträgen abhängen, die auf das reguläre Einkommen und die Abfindung angewendet werden, bietet diese Darstellung eine klare Vergleichsbasis zwischen der Berechnung ohne Optimierung und der unter Einbeziehung der Fünftelregelung.
Anwendung/Beantragung der Fünftelregelung
Du brauchst dich nicht um die Beantragung der Fünftelregelung zu kümmern - das ist grundsätzlich die Verantwortung deines Arbeitgebers. Bis Ende des Jahres 2024 konnten Arbeitgeber die Fünftelregelung direkt bei der Auszahlung einer Abfindung anwenden und so den Steuersatz für den Arbeitnehmer senken, gemäß § 39b Abs. 3 Satz 9 und 10 EStG. Ab Januar 2025 entfällt diese Möglichkeit, und die Finanzämter übernehmen die Erstattung des Steuervorteils. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer die Fünftelregelung selbst über ihre Steuererklärung beantragen müssen. Was sich konkret alles ändert haben wir dir in unserem Artikel zur Fünftelregelung 2025 zusammengefasst. Kurz gesagt:
Berechnung deiner Netto Abfindung
Verschaffe dir einen Überblick darüber, was auf deinem Konto ankommen wird
Um deine individuelle Steuerbelastung zu berechnen, musst du zunächst den Betrag kennen, den du erhalten wirst. Nehmen wir an, du hast eine Abfindung in Höhe von 30.000 Euro ausgehandelt. Mit Hilfe der Fünftelregelung und deinem individuellen Steuersatz (ergibt sich aus deinem Jahreseinkommen) lässt sich nun ermitteln, was davon tatsächlich übrig bleibt. Um einen groben ersten Überblick zu erhalten, kannst du z. B. diesen Rechner benutzen.
Weitere Optimierung der Steuerlast
Der Gesetzgeber sieht nicht viele Wege vor, deine Steuerlast nach einer Abfindung zu optimieren
Um die Optimierung deiner Steuerlast weiter voran zu treiben, können kleinere Maßnahmen ergriffen werden, wie z.B. die Reduzierung anderer Einkünfte im Jahr der Abfindung oder das gezielte Einbringen von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen im betroffenen Jahr. Dadurch lässt sich dein Gesamteinkommen senken und somit auch der individuelle Steuersatz. Auch eine Aufteilung des Abfindungsbetrags auf mehrere Jahre kann sinnvoll sein, um in jedem Jahr unter dem jeweiligen Freibetrag zu bleiben und somit weniger Steuern zu zahlen. Das dürften jedoch nur die wenigsten Arbeitgeber mitmachen, immerhin zahlen sie die Abfindung in der Regel ja, um dich so schnell wie möglich loszuwerden.
Es ist ratsam, sich von einem Steuerberater beraten zu lassen, um die optimale Strategie für deine persönliche Situation zu finden und mögliche steuerliche Nachteile zu vermeiden. In jedem Fall solltest du dich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen und deine Finanzen entsprechend planen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.
Nächste Schritte für Arbeitnehmer
Plane voraus um das maximale aus deiner Abfindung herauszuholen
Welche Schritte sollten als nächstes unternommen werden?
Grundsätzlich war es bis ins Jahr 2024 noch bequemer, eine steueroptimierte Abfindung zu erhalten, da sich der Arbeitgeber direkt darum kümmern konnte. Seit 2025 solltest du jedoch einen prüfenden Blick auf deine Steuererklärung werfen, um sicherzustellen, dass die Fünftelregelung korrekt angewendet wurde. Ob sich diese für dich lohnen kann, weißt du ja nun.
Wenn du deine Abfindung versteuern und dabei möglichst viel Geld sparen möchtest, dann kann es sich lohnen, einen besonderen Blick auf deine Einnahmen (aus nicht-selbstständiger Arbeit) und Ausgaben (die als Werbungskosten absetzbar sind) zu werfen. Falls dir das Thema Steuern an sich fremd ist, ist es ratsam, einen erfahrenen Steuerberater hinzuzuziehen. Mit einer Mitgliedschaft als Abfindungs-Profi erfährst du zudem aus erster Hand, wie das mit der Versteuerung bei Personen geklappt hat, die bereits erfolgreich deinen Weg gegangen sind.
Für viele klingt es wie ein Traum, eine hohe Abfindung zu erhalten - besonders ohne einen direkten Anspruch darauf zu haben. Unsere Abfindungs-Profi Mitglieder erfahren, wie andere sich in vorteilhafte Situationen bringen konnten und dort durch strategische Verhandlungen eine hohe Abfindung bei ihrem alten Arbeitgeber erzielen konnten.
Fazit
Das Versteuern einer Abfindung mag komplex erscheinen, doch mit den richtigen Informationen und Strategien kannst du dieses Terrain selbstbewusst meistern. Wir hoffen, dieser Ratgeber hat dir wertvolle Einblicke und praktische Schritte an die Hand gegeben, um deine Abfindung effektiv zu versteuern und das Maximum aus deinem Geld herauszuholen.
Bereit, den nächsten Schritt zu gehen und deine Abfindung zu maximieren? Informiere dich noch heute über unsere Abfindungs-Profi Mitgliedschaft und erhalte exklusiven Zugang zu wertvollen Ressourcen und Infos, die dir zeigen, wie du als Arbeitnehmer dein volles Abfindungspotenzial ausschöpfen kannst. Trete unserer Community bei und sichere dir den Zugang zu essenziellem Expertenwissen.
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