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Fristlose Kündigung als Arbeitnehmer: Chancen, Risiken und die Frage der Abfindung

Letzte Aktualisierung: 2. Dezember 2024 Lesedauer: 8 min. Kategorien: Kündigung
Das Wichtigste in Kürze

  • Eine fristlose Kündigung als Arbeitnehmer ist nur bei einem wichtigen Grund möglich und kann finanzielle Risiken wie Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld mit sich bringen.
  • Durch eine Eigenkündigung verzichtest du auf mögliche Abfindungen und riskierst negative Auswirkungen auf deine berufliche Zukunft.
  • Es kann vorteilhafter sein, nicht selbst zu kündigen und stattdessen auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber zu warten, um finanzielle Nachteile zu vermeiden und eine Abfindung zu erhalten.
Das Wichtigste in Kürze

  • Eine fristlose Kündigung als Arbeitnehmer ist nur bei einem wichtigen Grund möglich und kann finanzielle Risiken wie Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld mit sich bringen.
  • Durch eine Eigenkündigung verzichtest du auf mögliche Abfindungen und riskierst negative Auswirkungen auf deine berufliche Zukunft.
  • Es kann vorteilhafter sein, nicht selbst zu kündigen und stattdessen auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber zu warten, um finanzielle Nachteile zu vermeiden und eine Abfindung zu erhalten.

Die fristlose Kündigung als Arbeitnehmer ist ein drastischer Schritt, der gut überlegt sein will. Vielleicht bist du in einer Situation, in der du dich am liebsten sofort von deinem Arbeitgeber lösen möchtest. Möglicherweise erlebst du Mobbing, sexuelle Belästigung oder dein Gehalt bleibt aus. Bevor du jedoch vorschnell handelst, ist es wichtig, die Konsequenzen zu kennen und zu überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber zu warten. Denn so könntest du nicht nur finanzielle Nachteile vermeiden, sondern auch von einer Abfindung profitieren. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige rund um die fristlose Kündigung und warum es sich lohnen kann, nicht selbst zu kündigen.

Was bedeutet eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer?

Rechte und Pflichten bei der fristlosen Kündigung als Arbeitnehmer

Eine fristlose Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung. Du musst keine Kündigungsfristen einhalten und bist nicht mehr verpflichtet, zur Arbeit zu erscheinen. Dieses Recht steht nicht nur dem Arbeitgeber zu, sondern auch dir als Arbeitnehmer. Allerdings setzt eine fristlose Kündigung voraus, dass ein wichtiger Grund vorliegt, der es dir unzumutbar macht, weiterhin im Unternehmen zu bleiben.

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Fristlose Kündigung als Arbeitnehmer: Chancen, Risiken und die Frage der Abfindung
Fristlose Kündigung als Arbeitnehmer: Chancen, Risiken und die Frage der Abfindung

Gesetzliche Grundlagen der fristlosen Kündigung

§ 626 BGB: Wichtiger Grund für die fristlose Kündigung

Die rechtliche Basis für die fristlose Kündigung findet sich in § 626 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Dort heißt es:

“Das Dienstverhältnis kann von jedem Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden […] die Fortsetzung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann.”

Das bedeutet, dass objektive Gründe vorliegen müssen, die so gravierend sind, dass du nicht bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist warten kannst.

Mögliche Gründe für eine fristlose Kündigung als Arbeitnehmer

Typische Situationen, die eine sofortige Kündigung rechtfertigen

Die Gründe für eine fristlose Kündigung können vielfältig sein und müssen immer im Einzelfall bewertet werden. Zu den anerkannten wichtigen Gründen zählen beispielsweise:

  • Mobbing: Wenn du systematisch schikaniert oder ausgegrenzt wirst.
  • Sexuelle Belästigung: Unerwünschte Annäherungen oder anzügliche Bemerkungen am Arbeitsplatz.
  • Ausbleibende Gehaltszahlungen: Wenn dein Arbeitgeber wiederholt dein Gehalt nicht zahlt.
  • Gesundheitsgefährdung: Wenn deine Gesundheit durch unzumutbare Arbeitsbedingungen ernsthaft gefährdet ist.

  • Aufforderung zu Straftaten: Wenn du von deinem Arbeitgeber zu illegalen Handlungen gedrängt wirst.

Die Liste ist natürlich nicht abschließend. Es ist entscheidend, dass du diese Gründe sorgfältig dokumentierst. Sammle Beweise wie E-Mails, Zeugenaussagen oder ärztliche Atteste. Diese können im Falle eines Rechtsstreits von großer Bedeutung sein.

Vorgehensweise bei einer fristlosen Kündigung als Arbeitnehmer

Formale Anforderungen und Fristen, die du beachten musst

Wenn du dich dazu entschließt, fristlos zu kündigen, musst du einige formale Anforderungen beachten. Zunächst ist die Schriftform zwingend vorgeschrieben. Dein Kündigungsschreiben sollte klar formuliert sein und den wichtigen Grund nennen, der dich zu diesem Schritt veranlasst. Beachte, dass du die Kündigung innerhalb von zwei Wochen aussprechen musst, nachdem du Kenntnis von dem wichtigen Grund erlangt hast. Versäume diese Frist nicht, da deine Kündigung sonst unwirksam sein kann.

Eine vorherige Abmahnung des Arbeitgebers ist in manchen Fällen erforderlich, insbesondere wenn der Grund für die Kündigung in seinem Verhalten liegt. Durch die Abmahnung gibst du ihm die Gelegenheit, sein Verhalten zu ändern. Ist die Situation jedoch so gravierend, dass sie auch ohne Abmahnung unzumutbar ist – etwa bei sexueller Belästigung oder Straftaten – kannst du direkt fristlos kündigen.

Risiken und Nachteile der fristlosen Kündigung für Arbeitnehmer

Finanzielle Einbußen und mögliche Konsequenzen für deine Karriere

Obwohl die fristlose Kündigung eine schnelle Lösung zu sein scheint, birgt sie auch erhebliche Risiken. Zum einen verzichtest du durch die Eigenkündigung auf einen möglichen Anspruch auf eine Abfindung. Darüber hinaus kann die Agentur für Arbeit eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen für das Arbeitslosengeld verhängen, da du deine Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt hast.

Ein weiterer Aspekt ist die Wirkung auf zukünftige Arbeitgeber. Ein abrupter Abgang kann Fragen aufwerfen und sich negativ auf deine Bewerbungen auswirken. Zudem besteht die Gefahr, dass dein aktueller Arbeitgeber rechtliche Schritte einleitet oder Schadensersatzansprüche geltend macht, wenn er die fristlose Kündigung für ungerechtfertigt hält.

Fristlose Kündigung oder lieber mit einer Abfindung kündigen lassen?

Wie du durch einen Aufhebungsvertrag finanzielle Vorteile sichern kannst

Angesichts der Risiken stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber zu warten. Das Ziel sollte sein, einen Aufhebungsvertrag angeboten zu bekommen. Der Vorteil dabei: In einem Aufhebungsvertrag können beide Parteien grundsätzlich das festlegen, was sie möchten. Und der Vertrag wird erst dann von beiden Seiten unterschrieben, wenn alle Details final passen. Was ein Aufhebungsvertrag ist und was darin alles festgelegt werden kann findest du in unserem Artikel Was ist ein Aufhebungsvertrag?. Die wichtigsten Punkte sind: Du kannst dir deinen Ausstiegstermin frei aussuchen und eine angemessene Abfindung verhandeln. Diese finanzielle Entschädigung kann ein wichtiger Baustein für deine weitere berufliche Planung sein.

Du denkst dir steht keine Abfindung zu?
In diese Falle tappen viele Arbeitnehmer. Tatsächlich verzichten die meisten freiwillig auf eine Abfindung, einfach nur weil sie nicht wissen, dass diese durchaus einfach zu erreichen sind. Der einzige Grund, der dich von einer Abfindung abhält: Wenn du die Situation in deinem Unternehmen nicht länger ertragen kannst.
Wenn du beispielsweise Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geworden bist, dürfte es in der Regel das Beste sein, den Ort nie wieder aufsuchen zu müssen.

Wenn du es hingegen schaffst, die Situation im Unternehmen noch eine Weile zu ertragen, vielleicht durch Dienst nach Vorschrift, erhöhst du die Chancen auf eine Abfindung immens. Zudem kannst du so auch die genannten Nachteile wie Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld oder negative Auswirkungen auf deinen Lebenslauf vermeiden.

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Warum es sich lohnen kann, nicht selbst zu kündigen

Die Vorteile einer Kündigung durch den Arbeitgeber

Nicht selbst zu kündigen hat mehrere Vorteile. Zum einen erhältst du weiterhin dein Gehalt und sicherst deine finanzielle Basis. Zum anderen gibst du dir Zeit, dich in Ruhe nach einem neuen Job umzusehen, ohne den Druck einer sofortigen Arbeitslosigkeit. Eine Kündigung durch den Arbeitgeber kann auch deine Verhandlungsposition stärken. Du hast die Möglichkeit, über die Konditionen deiner Freistellung zu verhandeln oder eine höhere Abfindung auszuhandeln.

Darüber hinaus vermeidest du rechtliche Unsicherheiten. Eine Eigenkündigung kann vom Arbeitgeber angefochten werden, was zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten führen kann. Indem du nicht selbst kündigst, minimierst du dieses Risiko.

Checkliste: Entscheidungsfindung bei der fristlosen Kündigung

Die wichtigsten Punkte, die du vor deinem nächsten Schritt prüfen solltest

Bevor du eine so weitreichende Entscheidung triffst, solltest du folgende Punkte sorgfältig prüfen:

  • 1

    Schwere des Kündigungsgrundes: Ist die Situation tatsächlich unzumutbar? Wenn ja: kündige fristlos. Wenn nein: Befasse dich mit dem Gedanken, deinen Arbeitgeber mit einer Abfindung zu verlassen.

  • 2

    Dokumentation: Hast du ausreichende Beweise gesammelt? Diese sind für eine fristlose Kündigung als Arbeitnehmer zwingend notwendig. Auch für eine Abfindungsverhandlung können Beweise von Vorteil sein, sind aber kein Muss.

  • 3

    Rechtliche Beratung: Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht kann dir helfen, die beste Entscheidung zu treffen. Wenn du dir jedoch die Kosten für einen Anwalt sparen möchtest, kann es sinnvoll sein, in eine Mitgliedschaft als Abfindungs-Profi zu investieren.

  • 4

    Alternative Lösungen: Gibt es die Möglichkeit eines Aufhebungsvertrags oder einer internen Versetzung?

  • 5

    Finanzielle Auswirkungen: Bist du auf mögliche finanzielle Einbußen vorbereitet? Falls nein solltest du den Weg über eine Abfindung in Betracht ziehen.

  • 6

    Zukunftsplanung: Hast du bereits Perspektiven für eine neue Anstellung?

Fazit: Fristlose Kündigung als Arbeitnehmer – gut überlegen und als Chance verstehen

Die fristlose Kündigung als Arbeitnehmer ist ein Mittel, das in Extremfällen gerechtfertigt sein kann. Dennoch solltest du die Konsequenzen genau abwägen. Oft ist es strategisch klüger, nicht selbst zu kündigen und stattdessen auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber zu warten. So kannst du finanzielle Nachteile vermeiden und von einer Abfindung profitieren. Nimm dir die Zeit, alle Optionen zu prüfen, und hole dir bei Bedarf professionelle Unterstützung. Deine berufliche Zukunft hängt von dieser Entscheidung ab, und es lohnt sich, sie gut zu durchdenken.

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