Nichts mehr zu retten

Gravis Insolvenz 2024: Alle Fakten zum Ende des Apple-Händlers

Letzte Aktualisierung: 3. September 2024 Lesedauer: 5 min. Kategorien: Aktuelles
Das Wichtigste in Kürze

  • Apple-Händler Gravis meldet Insolvenz an und schließt alle 38 Filialen in Deutschland
  • Bis zu 500 Mitarbeiter sind von Kündigungen betroffen
  • Betriebsrat und Arbeitgeber haben einen Sozialplan mit individuellen Abfindungen vereinbart
Das Wichtigste in Kürze

  • Apple-Händler Gravis meldet Insolvenz an und schließt alle 38 Filialen in Deutschland
  • Bis zu 500 Mitarbeiter sind von Kündigungen betroffen
  • Betriebsrat und Arbeitgeber haben einen Sozialplan mit individuellen Abfindungen vereinbart

Die Gravis GmbH, ein langjähriger und bekannter Apple-Händler in Deutschland, hat im März 2024 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, welches seit 2013 zur Freenet-Gruppe gehört, wird alle seine 38 Filialen sowie den Online-Shop schließen. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära im deutschen Apple-Fachhandel, da Gravis seit seiner Gründung vor fast 40 Jahren als wichtiger Vertriebspartner für Apple-Produkte galt. Als Hauptgründe für die finanzielle Schieflage werden mehrere Faktoren genannt:

Zum einen haben Umsatzeinbrüche und die zunehmende Online-Konkurrenz dem stationären Handel zugesetzt. Zum anderen scheiterten Restrukturierungspläne nach der Corona-Pandemie, die darauf abzielten, das Geschäftsmodell an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Ein weiterer entscheidender Faktor waren die restriktiven Konditionen seitens Apple, die es Gravis erschwerten, profitabel zu wirtschaften. Besonders interessant ist die Rolle, die Apple in diesem Zusammenhang spielte. Laut Aussagen von Freenet führte das "restriktive Konditionsmodell" von Apple dazu, dass Gravis keine Möglichkeit mehr sah, das Geschäft in Zukunft auskömmlich zu gestalten. Dies deutet auf eine grundlegende Veränderung in der Beziehung zwischen Apple und seinen Fachhändlern hin, bei der die Margen für den freien Handel offenbar zu gering geworden sind, um langfristig profitabel zu bleiben.

Zeitplan der Schließung im Rahmen der Gravis Insolvenz

Für Hardware Reparaturen sollte man sich beeilen

Der Verkauf in den Gravis-Filialen und im Online-Shop wird weitgehend bis zum 15. Juni 2024 eingestellt. Dies ist früher als ursprünglich geplant, da zunächst eine Abwicklung bis zum 31. Dezember 2024 vorgesehen war. Das Unternehmen plant, alle ausstehenden Arbeiten bis zum 30. Juni 2024 abzuschließen, was das offizielle Ende des operativen Geschäfts von Gravis in Deutschland markiert.

Für Kunden gilt zu beachten, dass Hardware-Reparaturen nur noch bis zum 15. Mai 2024 möglich sind. Danach nimmt Gravis keine neuen Aufträge mehr an. Allerdings versichert das Unternehmen, dass bestehende Garantieansprüche auch nach der Schließung erfüllt werden sollen. Details dazu sollen auf der Webseite veröffentlicht werden, die vorerst weiterhin online bleibt.

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Mitarbeiter beschäftigte Gravis zuletzt

Quelle: Gravis

Auswirkungen der Gravis Insolvenz auf die Mitarbeiter

Die Insolvenz von Gravis hat weitreichende Folgen für die Belegschaft. Bis zu 500 Mitarbeiter sind von Kündigungen betroffen, und alle wurden bereits über das Ende ihres Arbeitsverhältnisses informiert. Die Kündigungen werden unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Fristen frühestens zum 30. Juni 2024 in Kraft treten.

In solch einer Situation ist es für die betroffenen Arbeitnehmer wichtig, ihre Rechte zu kennen und entsprechend zu handeln. Das Insolvenzrecht in Deutschland bietet verschiedene Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer, wie zum Beispiel den Anspruch auf Insolvenzgeld für die letzten drei Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Sozialplan und Abfindungen im Zuge der Gravis Insolvenz

Individuelle Abfindungen sind zumindest angedacht

Erfreulicherweise haben sich der Betriebsrat und die Arbeitgeberführung auf einen Sozialplan geeinigt. Dieser sieht individuelle Abfindungen für jeden betroffenen Mitarbeiter vor, wobei Faktoren wie Betriebszugehörigkeit und mögliche Sozialzuschläge berücksichtigt werden. Ziel ist es, den Mitarbeitern nach der Betriebsschließung bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Die Höhe der Abfindungen wird individuell berechnet und kann je nach persönlicher Situation variieren. Es ist wichtig zu beachten, dass Abfindungen, die vor der Insolvenz des Arbeitgebers entstehen und zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung noch nicht ausgezahlt worden sind, möglicherweise verloren gehen können. In diesem Fall können verschiedene Vorgehensweisen in Betracht gezogen werden, um die Ansprüche zu sichern.

Handlungsempfehlungen für von der Gravis Insolvenz betroffene Mitarbeiter

Rechtlicher Beistand kann bares Geld wert sein

Betroffene Mitarbeiter sollten sich umfassend informieren und alle verfügbaren Quellen nutzen, um ihre Rechte und Ansprüche zu verstehen. Es ist ratsam, den Betriebsrat zu kontaktieren, um Details des Sozialplans und der individuellen Abfindung zu erfahren. Eine gründliche Vorbereitung auf mögliche Verhandlungen ist wichtig, wobei relevante Unterlagen zur Betriebszugehörigkeit und persönlichen Situation gesammelt werden sollten.

Die Suche nach rechtlichem Beistand, insbesondere durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, kann bei der Durchsetzung der Ansprüche hilfreich sein. Dieser kann auch bei der Prüfung helfen, ob alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten wurden und ob möglicherweise weitere Ansprüche bestehen.

Nicht zuletzt sollten die Mitarbeiter die Zeit nutzen, um ihre berufliche Zukunft zu planen und sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dies kann die Suche nach einer neuen Stelle, die Beantragung von Arbeitslosengeld oder die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen umfassen.

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Fazit und Ausblick zur Gravis Insolvenz

Dem stationären Elektronikfachhandel kann eine harte Zeit bevor stehen

Die Gravis Insolvenz unterstreicht die Bedeutung eines starken Betriebsrats und eines fairen Sozialplans in Krisensituationen. Sie zeigt auch die Herausforderungen, denen der stationäre Elektronikfachhandel in Zeiten des Online-Handels und der direkten Vertriebsstrategien großer Technologiekonzerne gegenübersteht.

Für die Zukunft stellt sich die Frage, wie sich der Markt für Apple-Produkte in Deutschland weiterentwickeln wird. Mit dem Wegfall von Gravis verliert der unabhängige Fachhandel einen wichtigen Akteur. Es bleibt abzuwarten, ob und wie diese Lücke gefüllt wird und welche Auswirkungen dies auf die Verfügbarkeit und den Service für Apple-Produkte in Deutschland haben wird.

Für die betroffenen Mitarbeiter bietet diese schwierige Situation trotz aller Herausforderungen auch die Chance, sich neu zu orientieren und möglicherweise in zukunftsträchtigeren Branchen Fuß zu fassen. Mit der richtigen Vorbereitung, Unterstützung und dem Wissen eines "Abfindungs Profis" können sie die Herausforderungen dieser Situation meistern und möglicherweise sogar gestärkt daraus hervorgehen.
Die Gravis Insolvenz zeigt deutlich, wie wichtig es für Unternehmen ist, sich an verändernde Marktbedingungen anzupassen und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, um in der sich schnell wandelnden Einzelhandelslandschaft zu bestehen. Für Arbeitnehmer unterstreicht sie die Notwendigkeit, sich kontinuierlich weiterzubilden und flexibel auf Veränderungen im Arbeitsmarkt zu reagieren.

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