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Berechnung einer Abfindung: So hoch kann deine Abfindung ausfallen

Letzte Aktualisierung: 5. September 2024 Lesedauer: 7 min. Kategorien: Abfindung
Das Wichtigste in Kürze

  • Die Höhe einer Abfindung in Deutschland ist nicht gesetzlich festgelegt und kann individuell verhandelt werden.
  • Es gibt keinen automatischen Anspruch auf eine Abfindung, sondern nur in bestimmten Fällen wie betriebsbedingten Kündigungen, Sozialplänen oder Tarifverträgen.
  • Die Berechnung einer Abfindung erfolgt oft nach der Faustformel von einem halben bis zu einem ganzen Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Diese Faustformel dient jedoch nur als grobe Orientierung und ist nicht rechtlich bindend.
Das Wichtigste in Kürze

  • Die Höhe einer Abfindung in Deutschland ist nicht gesetzlich festgelegt und kann individuell verhandelt werden.
  • Es gibt keinen automatischen Anspruch auf eine Abfindung, sondern nur in bestimmten Fällen wie betriebsbedingten Kündigungen, Sozialplänen oder Tarifverträgen.
  • Die Berechnung einer Abfindung erfolgt oft nach der Faustformel von einem halben bis zu einem ganzen Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Diese Faustformel dient jedoch nur als grobe Orientierung und ist nicht rechtlich bindend.

Die Höhe einer Abfindung ist in Deutschland nicht gesetzlich festgelegt und kann individuell verhandelt werden. Entsprechend ungenau wird sich der Versuch, eine gerechte Abfindung zu berechnen, sich vorab gestalten. Und in der Konsequenz heißt das, dass es neben den gegebenen Umständen insbesondere auch von deinem Verhandlungsgeschick und von deiner Taktik abhängt, mit welchem Betrag auf dem Konto du dein Arbeitsverhältnis beendest. Jedoch: Einen rechtlichen Anspruch auf eine Abfindung haben nur die wenigsten. Denn dies ist vor allem bei betriebsbedingten Kündigungen gemäß § 1a KSchG, in Sozialplänen oder in Tarifverträgen der Fall. Einfach nur weil du längere Zeit einem Unternehmen treu warst eine Abfindung zu kassieren, funktioniert (erstmal) nicht.

Aber kein Problem: In unserem Mitgliederbereich findest du eine ausführliche Schritt-für-Schritt Erzählung, wie sie es unser Autor dennoch geschafft hat, seinen Arbeitgeber mit einer fünfstelligen Abfindungssumme zu verlassen, obwohl kein rechtlicher Anspruch gegeben war.

In diesem Artikel beleuchten wir die individuellen Faktoren, die bei der Höhe der Abfindung eine Rolle spielen. Gewissermaßen isoliert betrachten sollte man den Begriff “Regelabfindung”. Dieser spiegelt die Berechnungsmethode einer Abfindung wieder, die meistens vor Gericht angewendet wird. Da du die Höhe deiner Abfindung mit deinem Arbeitgeber jedoch individuell aushandeln kannst, sollte die Regelabfindung (wenn überhaupt) jedoch nur als Anhaltspunkt dienen.

Berechnung einer Abfindung und anschließende Auszahlung des Geldes

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Erfahre wie sich andere eine Abfindung im hohen fünfstelligen Bereich von ihrem Arbeitgeber gesichert haben – ganz ohne rechtlichen Anspruch darauf. Im umfangreichen Erfahrungsbericht erfährst du Schritt-für-Schritt wie es geklappt hat und welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten.

Berechnung einer Abfindung: So hoch kann deine Abfindung ausfallen
Berechnung einer Abfindung: So hoch kann deine Abfindung ausfallen

Berechnung einer Abfindung: Die Regelabfindung

Es gibt eine Faustformel, die i. d. R. vor Gericht Anwendung findet

Die Berechnung einer Abfindung erfolgt häufig nach folgender Faustformel: ein halbes bis ganzes Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Diese Berechnung einer Abfindung ist jedoch nicht rechtlich bindend und dient lediglich als Orientierungshilfe.

In der folgenden Tabelle haben wir dir einige Beispielwerte zusammengestellt, um dir einen groben Überblick zu geben ohne viel rechnen zu müssen:

Beschäftigungsjahre Monatliches Gehalt (Brutto) Regelabfindung
5 Jahre 2800 € 7000 €
5 Jahre 3200 € 8000 €
8 Jahre 3500 € 14.000 €
10 Jahre 3800 € 19.000 €

Die Rechnung ist immer die gleiche: Monatliches Bruttogehalt x 0,5 x Beschäftigungsjahre. Die Faustformel zur Berechnung der Abfindung dient lediglich als grobe Orientierungshilfe und sollte nicht als absolute Regel angesehen werden. Es handelt sich um eine Methode, um einen ersten Eindruck von der möglichen Abfindungshöhe zu bekommen. Wir haben dir einen Rechner programmiert, mit dem du dir schnell und einfach deine individuelle Regelabfindung ausrechnen kannst: Zum Abfindungsrechner.

Die Anwendung dieser Formel gestaltet sich unserer Auffassung nach sehr Arbeitgeberfreundlich. Verhältnismäßig niedrig sind die Abfindungssummen, die sich so errechnen lassen. Richter und Mediatoren greifen oft auf die Berechnung einer Regelabfindung zurück, um zwischen den streitenden Parteien einen Vergleich erzielen zu können. Heißt also: Für dich wäre durchaus mehr drin gewesen, aber ein Kompromiss benötigt Eingeständnisse auf beiden Seiten.

Unser Tipp lautet daher: Wenn du dich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis in einem wirtschaftlich stabilen betrieb befindest, dann lasse sich nicht mit dem Verweis auf die Regelabfindung abspeisen. In anderen Fällen kann es wiederum durchaus sinnvoll sein, sich auf eine Berechnung der Abfindung nach der oben genannten Formel einzulassen. Lasse dich hier im Zweifel von einem Anwalt beraten.

Du solltest deine eigene Verhandlungsposition stärken, indem du Informationen über vergleichbare Abfindungen in ähnlichen Fällen recherchierst und gegebenenfalls rechtlichen Rat einholst. Es kann auch hilfreich sein, sich mit anderen Mitarbeitern auszutauschen, die ebenfalls eine Abfindung erhalten haben, um sich über deren Erfahrungen und Verhandlungsstrategien zu informieren.

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Betrug die durchschnittliche Abfindung 2021 deutschlandweit

Quelle: Kanzlei Chevalier

Höhere Abfindung durch Sonderkündigungsschutz

Schwangerschaft

In Fällen eines Sonderkündigungsschutzes kann die Berechnung der Abfindung anspruchsvoller sein, da der Gesetzgeber manchen Personengruppen einen besonderen Schutz einräumt, so zum Beispiel wenn es um eine Schwangerschaft geht. In diesem besonderen Fall müssen deutlich mehr Aspekte berücksichtigt werden, um einen angemessenen Betrag zu ermitteln.

Denn: Der Arbeitgeber muss die gesetzlichen Bestimmungen zum Mutterschutz berücksichtigen. Dies umfasst den Kündigungsschutz während der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Geburt. Zusätzlich können etwa auch durch Tarifverträge weitere rechtliche Vorschriften gelten, um die Interessen der schwangeren zu schützen.

Selbst wenn der Arbeitgeber der Meinung ist, dass ein Ausnahmefall die Kündigung einer Schwangeren rechtfertigt, so kann er diese nicht einfach aussprechen. Vielmehr muss er sich im Vorfeld die "Zustimmung der obersten Landesbehörde" einholen. Oft ein ein langwieriger Prozess, da ist eine Abfindung meist schneller gezahlt.

Betriebsratsmitglieder

Für Betriebsratsmitglieder gelten ebenfalls spezielle Bestimmungen. Dem Arbeitgeber ist bewusst, dass ein Betriebsratsmitglied während seiner Amtszeit einen besonderen Kündigungsschutz genießt. Dies bedeutet, dass eine Kündigung nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist und damit verbunden die Höhe der Abfindung in der Regel steigt.

Bei der Berechnung der Abfindung in den beiden oben genannten Fällen müssen die individuellen Umstände, wie zum Beispiel die Dauer der Schwangerschaft oder die Amtszeit im Betriebsrat, berücksichtigt werden. Zudem spielen Faktoren wie das Gehalt, die Position im Unternehmen und etwaige Sonderzahlungen eine Rolle.

Es ist daher ratsam, sich bei solchen komplexeren Situationen an einen Experten zu wenden, um die Abfindungsberechnung präzise und rechtlich korrekt durchzuführen. Ein erfahrener Berater kann dabei helfen, die relevanten Faktoren zu analysieren und eine faire und angemessene Abfindungssumme zu ermitteln. Mit einer Mitgliedschaft erhältst du zudem Zugriff auf ausführliche Erfahrungsberichte, in denen unsere Redakteure erklären, wie sie es Schritt für Schritt zu einer hohen Abfindung geschafft haben.

Weshalb sich eine Abfindung für den Arbeitgeber lohnen kann

Wichtig zu verstehen, um eine realistische Einschätzung der eigenen Abfindungshöhe vornehmen zu können

Um die Höhe der möglichen Abfindung realistisch einschätzen zu können, sollte man den Spieß einfach mal umdrehen. Anstatt die Frage zu stellen, wie du dir selbst eine möglichst hohe Abfindung sichern kannst solltest du eher die Frage stellen: Was hat mein Chef für einen Vorteil, wenn er mir eine hohe Abfindung zahlt? Das kann von einem simplen Dankeschön zum Abschied (für deine guten Leistungen im Unternehmen) bis hin zu einer Arbeitserleichterung (du warst ihm einfach ein Dorn im Auge) reichen. Ob ihr euch nun im guten oder bösen trennt: Die Motivation deines Vorgesetzten kann ein massiver Multiplikator für deine Abfindung sein.

Folgende Beweggründe können Führungskräfte haben, um ihren Angestellten eine Abfindung zu zahlen:

  • Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten: Die wohl mit Abstand häufigste Intention. Durch die Zahlung einer Abfindung an den Arbeitnehmer kann der Arbeitgeber potenzielle Rechtsstreitigkeiten vermeiden. Wenn ein Arbeitsverhältnis ohnehin beendet wird bzw. das Ende spürbar näher kommt, kann der Arbeitgeber durch die Zahlung einer angemessenen Abfindung mögliche Klagen oder gerichtliche Auseinandersetzungen verhindern. Dies spart nicht nur massiv Zeit, sondern auch Kosten für Anwaltsgebühren und Gerichtsverfahren.

  • Ruf des Unternehmens: Die Zahlung einer Abfindung ermöglicht es dem Arbeitgeber, einen guten Ruf aufzubauen oder aufrechtzuerhalten. Ein fairer Umgang mit ausscheidenden Mitarbeitern kann dazu beitragen, dass das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Dies kann sowohl die Mitarbeiterbindung als auch die Rekrutierung neuer Fachkräfte erleichtern.

  • Beendigung von Arbeitsverhältnissen in Frieden: Auch das soll es geben. Die Zahlung einer Abfindung soll dem ausscheidendem Mitarbeiter das Gefühl vermitteln, dass seine Dienste und Beiträge zum Unternehmen wertgeschätzt werden. Dies kann dabei helfen, einen friedlichen und harmonischen Übergang zu ermöglichen, anstatt dass sich Mitarbeiter desillusioniert oder ungerecht behandelt fühlen.

  • Flexibilität bei Personalanpassungen: Die Zahlung von Abfindungen kann dem Arbeitgeber Flexibilität bieten, wenn es notwendig ist, Arbeitsplätze zu reduzieren oder Personalanpassungen vorzunehmen. Dies kann in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Veränderungen der Geschäftsanforderungen des Unternehmens von entscheidender Bedeutung sein.

Schritt für Schritt erzählt: Mit legalen Mitteln die Abfindungssumme in die Höhe treiben

Erfahre wie es jemand aus unserem Team geschafft hat und welche Fehler du nicht machen solltest

Einer unserer Autoren hat es geschafft: Mit zahlreichen aber sehr simplen Methoden hat er sich von seinem Arbeitgeber trennen können - und zwar mit einer Abfindung im höheren fünfstelligen Bereich. In Relation zu dem, was bei einer Eigenkündigung sonst gezahlt worden wäre - nämlich garnichts - ist das ein Quantensprung. Und unser Autor ist sich sicher: Das kann jeder schaffen. Insbesondere Arbeitnehmer in großen Firmen und Konzernen haben oft leichtes Spiel.

Als Abfindungs-Profi Mitglied erhältst du Zugriff auf den exklusiven und ausführlichen Erfahrungsbericht. Erfahre Schritt für Schritt, wie unser Autor seinen Arbeitgeber davon überzeugen konnte, freiwillig eine Abfindung zu zahlen.

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